Vom Dschungelcamp und vollen Bibliotheken :)

Deutschland atmet auf. Ich auch. Die siebente Staffel des famosen Dschungelcamps ist endlich vorbei. Die Frage nach dem Grund für dermaßen hohe Zuschauerquoten bleibt. Inwieweit die Allgemeinheit solch eine Sendung braucht ist zweifelhaft, doch der Erfolg gibt RTL recht. Fakt ist, jeder Fernsehzuschauer kriegt was er verdient.

Doch was bewegt normale Bürger dazu ihren Feierabend mit ekligen Dschungelprüfungen und mit Insekten übersäten Möchtegern-Promis zu verbringen?

Der Wunsch einfach am Dschungelcamp vorbei zu zappen ist groß. Doch der Blick bleibt immer wieder hängen. Fast erweckt dieses Phänomen den Eindruck, dass die heutige, so vernünftige Gesellschaft sich einfach mal nach einer Portion sinnlosem Fernsehen sehnt. Weil der Alltag schon so viel Konzentration abverlangt und der Stress tagtäglich unser Begleiter ist. Was gibt es Besseres als sich am Feierabend einfach nur vom Fernseher berieseln zu lassen ohne sich konzentrieren zu müssen? Das Dschungelcamp bietet die benötigte Entspannung, durch das Quälen fast gänzlich unbekannter Möchtegern-Promis, in ekelhaften Prüfungen.

Offen wird jedoch niemand zugeben leidenschaftlicher Dschungelcamp-Zuschauer zu sein. Bei Diskussionen kann aber plötzlich jeder mitreden und Fakten aufzählen, die so nirgends stehen. Fakten, die konzentriertes Zuschauen und Analysieren erfordern.

Es fällt mir schwer es zuzugeben, doch auch ich ließ mich hinreisen. Stundenlang, immer bedacht nichts zu verpassen. Es war ein Wechselbad der Gefühle: Schadenfreude, Sympathie, Ekel… Je schlimmer die Prüfungen, desto mehr freute ich mich, zusammen mit zigtausend anderen Zuschauern. Nach Befriedigung dieser sadistischen Bedürfnisse war ich stets schockiert, meine Zeit mit solch einer schwachsinnigen Sendung vergeudet zu haben. Ich habe mich dann immer schnell einem guten Buch zugewandt. Und schon hat man einen Sinn gefunden. Das Dschungelcamp hilft örtliche Bibliotheken zu füllen.

 

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