ABSCHIEDSBRIEF EINER KRIEGERIN

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Ich schreibe diesen Brief, weil mir klar geworden ist wie kurz das Leben ist und wie schwer es einem durch all die schicksalhaften Erfahrungen gemacht wird. Wenn dies das Leben ist, so weiß ich nicht ob ich stark genug bin es zu Ende zu leben.  All die Sorgen, die meine Seele verletzen, sie sind so allgegenwärtig und plötzlich muss ich erwachsen genug sein, ihnen zu begegnen. Was aber wenn in mir immer noch das Kind schlummert, welches einfach nur Schutz sucht? Was geschieht wenn ich noch nicht bereit bin so viele Probleme auf meine Schultern zu laden und drohe unter dieser Last zusammenzubrechen? Es wäre feige und egoistisch von mir mich einfach so zu verabschieden, doch wer richtet dann noch über mich?

Ich weiß nicht ob und wann dieser Brief in die Hände eines von mir geliebten Menschen fällt, doch ich hoffe ich kann ihm durch diesen Brief klar machen, dass ich ihn immer so aufrichtig geliebt habe wie ich nur konnte. Mir ist bewusst, dass es eine Menge Menschen in meiner Nähe gibt, denen ich am Herzen liege und die mich hassen werden, wenn ich meine Reise ohne Wiederkehr beginne.  Ich bin zerrissen von Gefühlen und Gedanken, die ein junges Mädchen nicht haben sollte, doch ich bin machtlos gegen diesen inneren Schmerz. Er betäubt mich immer wieder und ich frage mich jeden Tag aufs Neue, ist dies das Leben, welches ich noch so lange leben soll? Meine Wünsche, meine Träume, meine Ziel, ich habe sie alle befreit.

Habe verlernt leichten Herzens zu sein, alles was passiert arbeitet unaufhörlich  in mir.  Ich versuche stark zu sein, ich versuche zu lächeln und damit all die Traurigkeit und Verzweiflung vor mir selbst fern zu halten. Es ist ein Kraftakt, der schlussendlich nur dazu führt, dass ich mich jeden Tag aufs Neue selbst belüge. Meine Seele ist krank, ich spüre wie sie schmerzt, möchte schreien und bleibe doch stumm. Immer wenn ich das Gefühl habe, dass ich innerlich sterbe, wecke ich mich mit Schmerzen auf. Sie zeigen mir, dass es in mir noch immer diese Kämpferin gibt, die nicht aufgibt und sich jedem Krieg stellt. Ich will nicht sterben, doch so zu leben schaff ich einfach nicht. Wenn ich verschwinde, so sucht nicht nach mir, denn ich möchte euch meinen Anblick ersparen. Ich will, dass ihr die Kriegerin in mir nie vergesst und mein Lachen in euren Herzen verankert.

2 Gedanken zu “ABSCHIEDSBRIEF EINER KRIEGERIN

  1. Wie mir das bekannt vorkommt…. 🙂 Der Kampf, der uns schwächt, ist der Kampf des Widerstands gegen das was ist. Kämpfen wir den Kampf des Herzens, ist es der Kampf der Hingabe und Annahme. In der Hingabe liegt in gewisser Weise auch ein Sterben… aber es ist ein Sterben eines Phönix, der aus seiner Asche in gewandelter Form wieder in die Lüfte steigt. Keine Angst vor dem Sterben…

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