WANTED: Motivation!! Dead or alive …

 

Montagmorgen, 7.50 Uhr, Schulbeginn. Ein tristes Bild,  verschlafenen Gesichter blicken einem entgegen, in der letzten Bankreihe wird heftig diskutiert, wer am Wochenende am meisten getrunken hat, Lehrer langweilen Schüler mit fadem Unterrichtsstoff.

So wird die Oberschule schnell Sammelpunkt für gestresste Schüler, strenge Lehrer und Notendruck. So manch einer bemängelt das Schulsystem, denn gelernt wird schon lange nicht mehr fürs Leben, sondern ausschließlich für die Schule. Schuld ist der gesellschaftliche Druck, der unaufhörlich auf uns wächst, ohne guten Schulabschluss mit Höchstnoten gib es keine Chance auf einen guten Ausbildungsplatz, so hört man es zumindest aus aller Munde. Unterscheidbar wird man nur durch überdurchschnittlich gute Noten, ein guter Charakter ist nebensächlich. Deutlich wird dieser Druck bei Testarbeiten und Schularbeiten, es wird mit dem Lehrer gestritten, diskutiert, und verhandelt, denn alles was unter einer Acht ist, darf nicht existieren. Gern greifen dann Schüler auch zu eigenen Maßnahmen um ihre Noten zu verbessern, die Schummel-Motivation wird nie fehlen, ganz im Gegenteil, wenn es darum geht die kleinen Zettel mit Mikroschrift gekonnt zu verstecken, wird so manch ein Schüler zum kreativen Geist. Dass dies langfristig nichts nützt, wird nicht verstanden, denn schließlich steht auf dem Zeugnis nur welche Note man erhalten hat, nicht wie man sie sich „verdient“ hat.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, deshalb gibt es noch so manch gute Geister an der Schule, Lehrer, die versuchen durch innovative und kreative Aufgaben den Schülern eigenverantwortliches lernen beizubringen und ihre verlorengegangene Motivation wiederzuerlangen, doch von Seiten der Schülerschaft wird dies nicht dankbar angenommen. Im Gegenteil, das Nörgeln hat kein Ende, denn eigenständig zu arbeiten ist um einiges schwieriger und anstrengender, als im Klassenzimmer zu sitzen und die Tafel anzustieren. Es wäre ungerecht diese Motivationslosigkeit darauf zu schieben, dass die heutige junge Generation einfach keine Lust mehr hat etwas zu lernen und sie schlicht und einfach „lernresistent“ ist. Es ist das heutige Schulsystem, hier steckt der Wurm drin, denn Schule vergisst nicht nur den Charakter zu bilden, es wird sogar gekonnt verhindert. Denn wer lernt  seine Meinung zu sagen, wird schnell aufmüpfig und könnte das System hinterfragen. Toleranz und Achtung vor anderen Menschen wird zwar indirekt durch die Aufarbeitung des Vergangenen, Geschichtsunterricht sozusagen gelehrt, doch anscheinend kommen diese Informationen nicht vollständig im Kopf der Schüler an. Warum gäbe es sonst steigenden Zahlen von rassistischen und nationalsozialistischen Gruppierungen, die meist von jungen Menschen organisiert und geführt werden. Hier liegt der Knackpunkt, denn es liegt an der Art wie man Unterrichtsstoff lehrt, aber auch wie man ihn lernt. Auswendig einstudieren von Fakten, Jahreszahlen, Formeln oder Vokabeln nützt niemanden, wenn das Gelernte nicht verstanden oder nicht im Gedächtnis gespeichert wird. Grund dafür ist vielleicht die steigende Zahl von Schülern, das Kürzen von Schulstunden und die fehlende Integrationshilfen für schwache Schüler. Nicht verstandener Stoff wird einfach auswendig gelernt, dass schlussendlich die Verknüpfungen und die Anwendung des Gelernten fehlen, ist logisch.  Desweiteren braucht der Mensch viel Sauerstoff und eine konstante Temperatur um gut lernen zu können, in oftmals kleinen, dunklen und überfüllten Räumen kann dieser Lerneffekt nicht stattfinden. Bei durchschnittlich achtundzwanzig Schülern in einem Raum ist schnell der Sauerstoff verbraucht, Zeit für Wiederholungen oder Hilfe für schwache Schüler gibt es nicht. Grund dafür sind keineswegs die Lehrpersonen, welche selbst oft überfordert sind, hier macht die Politik einen Fehler, denn Gesetze zu Schulreformen werden von älteren Menschen formuliert. Jene kennen die Bedürfnisse der Schüler, der Lehrer und des Schulpersonals nicht, aus finanziellen Gründen wird oftmals am Wohlbefinden und der Bildung junger Menschen gespart. Hier sollte die Schulgemeinschaft stärker mit einbezogen werden; Schüler, Lehrer und Schulpersonal müssen tagtäglich in der Schule arbeiten, deshalb sollten sie auch die Möglichkeit haben ihren Arbeits-bzw. „Lern“-Platz aktiv mitzugestalten. Die Schule sollte keinesfalls zum Ort des Grauens werden, sondern vielmehr zu einem Treffpunkt werden, an dem Meinungen gehört und verstanden werden, gerne und motiviert gelernt wird und die Einsicht herrscht, man lernt fürs Leben und nicht für die Schule.

Schlussendlich bleibt jedoch nur zu hoffen, dass es weiterhin noch Menschen geben wird, die sich gegen das System wehren und die Schule durch ihre Hilfe zu einem angenehmen Ort umgestalten.

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