Ihr werdet die letzten sein die es wissen…

Ein Kreis von Menschen steht um mich herum. Alle sind blutverschmiert, den Blick gesenkt. In der Hand ein Messer, Blut tropft leise auf den Boden. Alle haben Stichwunden am Rücken, sie sind nur mehr seelenlose Hüllen. Ihre Gesichter sind schwarz, kein Mensch macht sich mehr die Mühe seinen echten Charakter zu verbergen. Wir sind alle verblutet, unter den Augen von Hass, Neid, Einsamkeit und Misstrauen. Gegenseitige Umarmung dienten nur noch um näher an den anderen zu treten und ihn besser verletzten zu können.

Wie lange werden wir noch stehen können? Wann werden wir alles verlieren und den letzten Tropfen Blut vergossen haben? Welchen Sinn macht es, gegen den Strom anzukämpfen?

Ich suche mir ein rostiges Messer. Bereit es jedem in den Rücken zu rammen, der dasselbe mit mir macht. 

Ich hab euch vertraut. 

 

Manchmal wünsche ich mir…

dass du hier bei mir bist. Die gleichen Schuhe, das gleiche Lachen. 

Den gleichen Hass. Du verstehst mich, weil du es erlebt hast. 

Die gleichen Narben trägst.

Mich unterstützt. 

 

 

 

 

 

Ich, du und wir – An deinem Herzen

Schalt das lauter. Ich liebe dieses Lied.

Schatz das Radio läuft doch gar nicht.   

Ich meine die Melodie deines Herzens. Ich kann sie hören. Sie ist wunderschön. Ich möchte nicht, dass sie irgendwann verstummt.Versprichst du mir, dass du bei mir sein wirst, wenn es soweit ist? Meine Hand hälst und mich begleitest?

Ich kann dir nichts versprechen. Aber ich werde es versuchen. Für dich. Ich werde dein Lieblingslied spielen lassen. Bitte weine nicht. Du wirst spüren ich bin bei dir. Immer. Leben vergeht, Liebe nie. Ich werde bei dir sein. Auch wenn du es nicht siehst. Immer.

Ich verspürte eine tiefe Müdigkeit und wollte einfach nur noch schlafen. Ich kuschelte mich in seine Arme und schloss die Augen.

 

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Ich, du und wir – Gefühlvoll

Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Lass mich.

    Ich hielt sanft ihre Hände fest.

Du kannst nicht gehen. Die Traurigkeit wird dir folgen. Sie ist in dir. Frisst dich von innen auf. Deine Angst hat dich so zerbrechlich gemacht. Lass die Geister der Vergangenheit ruhen.

Manchmal ist man selbst die Vergangenheit. Du kannst dich nicht lösen. Du kannst nicht schlafen. Nicht essen. Nicht ruhen.

Du musst dir selbst verzeihen. Erst wenn du das geschafft hast, wirst du bereit sein, auch anderen zu verzeihen. Du hast schon so viel geschafft. Bewundere nicht andere für ihre Stärke. Schätze dich für jene
die du in dir trägst.

Ich komme nicht mehr damit klar. Ich fühle den Schmerz, immer und überall. Ich muss ihn ertragen, von jedem Menschen der mir begegnet. Ich kann es nicht verhindern, er ist in mir. Er überträgt sich.

Du sollst es nicht verhindern. Du musst es akzeptieren. Ich glaube an dich.

     Ich spürte eine tiefe Traurigkeit und beschloss sie einfach in den Arm zu nehmen.

 

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Ich, du und wir – Lass mich aufgeben

Hörst du das?

     Ich hielt den Atem an um zu verstehen, was sie meinte. Ich hörte nichts.

Deinen Herzschlag. Ich kann ihn hören. Es ist zu still hier seit er weg ist.

Jeder muss gehen, Schatz. Irgendwann.

Wie kann jemand gehen, der nie richtig angekommen ist?

     Ich wusste keine Antwort darauf.

Er hatte eine Chance.

Nein. Er musste gehen. Er wollte es nicht. Nicht freiwillig.

     Immer die gleiche Diskussion. Ich hatte es satt.

Er hat aufgegeben. Das macht den Unterschied. Aufgeben und keine Chance haben sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Er hat nicht gekämpft, weil er verloren hatte, bevor er überhaupt damit beginnen konnte… Er hatte keine Kraft mehr. Es ist so viel einfacher zu gehen. Wortlos. kampflos.

Bist du jemals damit glücklich geworden? Ich meine durchs Aufgeben.

Nein. Aber ich habe nichts mehr gespürt. Das ist für mich schon wie ein Sieg.

Okay. Ich werde gehen. Ich gebe auf. Diese Schlacht kann ich nicht alleine gewinnen.

Du gibst auf?Du kämpfst nicht mehr? Ich lass dich ziehen. Ich habe dich geliebt. Und ich habe verloren.

Ich habe gekämpft.

Und trotzdem verloren? 

Ich habe nicht verloren. Du hast aufgegeben. Uns.

 

Kurzmitteilung

Ich, du und wir – Mitternachtsgespräch

Was los?

Hab ich dir weh getan?

Nein, nein… ich bin nur nachdenklich. Vielleicht hätten wir das nicht tun sollen. Nicht schon wieder,  ich meine jetzt wird alles nur noch schlimmer!

     Ich musste schmunzeln und entschied mich eine Zigarette anzuzünden.

Magst du auch eine?
Warum drehst du dich jetzt weg?

Ich fühle mich so verletzlich…

Warum? Es muss doch keiner wissen. Nur du und ich. Ein schmutziges Geheimnis sozusagen.

Ich kann das nicht. Ich möchte das nicht, ich habe es dennoch getan.

So sind Menschen nun mal. Sie bereuen Dinge. Dinge die sie im Grunde doch schon immer wollten.

Ich bin schwanger. Von dir. Ich will es wegmachen lassen.

Willst du jetzt eine Einverständnis? Ich geb dir keine.

Aber was soll ich machen. Jeder würde es wissen. Alle über uns reden. Ich bin keine Mutter.

Noch nicht. Du wirst in diese Rolle reinwachsen. Wenn du es willst.

Nein. Ich kann nicht.

Du nicht. Wir schon.      

Ich will das nicht. Es soll aufhören.

     Wir kuschelten noch ein bisschen, ehe wir einschliefen..

Wie ich durch Pizza, die Welt verändern kann…

Der Tag hatte seltsam begonnen und sollte auch so aufhören.

Ich war gerade dabei eine Schachtel Tiefkühlpizza zu öffnen, als mit lautem Rumsen eine fette, kleine, hässliche Person vor meinen Füßen zu Boden fiel. Sie hatte ein schmutziges Tütü an, es spannte ihr am Körper, dicke Speckröllchen zeichneten sich an Bauch, Beinen und Po ab.

Ich war weitaus geschockter über den Fakt, dass meine Pizza jetzt wohl ungenießbar geworden war, als darüber, dass diese Person wohl aus der Schachtel gefallen sein musste. Beim genaueren Betrachten fielen mir sofort die fettigen, blonden Haare auf. In der rechten Hand des Wesens befand sich ein verkümmerter Stab, während in der linken ein angefressenes Stück Pizza war.

„Hey,  du da! Kleiner! Ich bin ne Fee“, grunzte die Gestalt mit mürrischer Stimme.

„Ne, nicht wirklich oder? Ich hatte mir Feen und anderes Zauberzeugs, hübscher vorgestellt!“, antwortete ich, immer noch hungrig.

„Ihr Menschen und eure Klischees! Wie auch immer, du hast zwei Wünsche frei!“

Bisschen verdutzt begann ich zu sprechen, „Ich dachte immer es seien drei Wün…“, als ich harsch unterbrochen wurde.

„ 2 und keinen mehr! Jetzt mach mal!“, schnauzte mich die unfreundliche Fee an.

„Hmm okay! Dann will ich ne neue Playstation und vor allem ne neue Pizza, am besten schon gekocht und mit ganz viel Schinken drauf!“, erwiderte ich.

„Was? Ne,ne,ne! Mach mal halblang! Für so etwas verwende ich keine Zauberenergie, lass dir was Besseres einfallen!“, schrie mich die fette Fee an.

„Jaja also dann wünsche ich mir… Hmm.. Kann ich den Pizzawunsch nicht behalten?“

Die Fee starrte mich böse an. „Nein.“

„Ich habe sonst keinen Wunsch. Ich hab Hunger, also will ich ne Pizza!“

„Dann kannst du auch genauso gut tot sein. Ohne Wünsche hat das Leben keinen Sinn!“, sagte die Fee mit ungeduldiger Stimme.

„Aber ich hab doch einen Wunsch! Eine Pizza!“, wimmerte ich hungrig.

„Gut, dann behalt die verdammte Pizza! Und jetzt lass dir was Gutes einfallen und zwar sofort!“

„Gut dann wünsch ich mir, dass du aus der Pizzaschachtel meiner Exfreundin fällst, die hat immer zehntausend Wünsche parat…!“, sagte ich bestimmt.

 

„Ich gebs auf, wann werde ich endlich einen Menschen finden der sich etwas Sinnvolles wünscht? Etwas wie Gesundheit für alle Menschen, Frieden oder einfach eine heile Welt? Ich werde dir all deine materiellen Wünsche stehlen und sie mit dem Wunsch nach einer besseren Welt austauschen. Nur werde ich dann nicht mehr da sein! Es ist jetzt deine Aufgabe für die Erfüllung jener Wünsche zu kämpfen!“

Mit lautem Puff verschwand  die fette, hässliche Fee und ich stand, meiner eigenen Wünsche beraubt da. Leise murmelte ich mir selbst zu: Hmmm.. was wollte ich jetzt nochmal tun? 

Schnell schlüpfte ich in mein Tütü, holte meinen neu-gewonnenen Zauberstab aus der Tasche und machte mich auf den Weg die Welt zu retten und Wünsche zu erfüllen. Aber vorher musste ich noch etwas erledigen… Genau! Pizza essen!