Wer ist dein Gott?

Ich weiß nicht woher er kam und weiß nicht wohin er gehen wird eines Tages.

Er sieht unwiderstehlich aus und trägt stets Anzug und Krawatte. Seine schwarzen Haare sitzen stets perfekt und sein Lächeln ist strahlend weiß. 

Er ist immer da und schaut mir zu. Beim Duschen, Einkaufen, Schlafen, beim Sex.

Stets ein süffisantes Lächeln auf den Lippen und die Hände in den Hosentaschen versenkt. Er weiß was ich will und macht keinen Hehl aus meinen Ängsten und Wünschen.

Für ihn ist alles erlaubt, wenn es meinem Willen entspricht. Stehlen, morden, Menschen hintergehen.

Er mag das Risiko, immer wenn ich zögere, sagt er zu mir folgendes:

„Wenn etwas schief geht, dann kommst du in den Himmel, dort werden wir uns dann bestimmt nie wieder sehen und du bist mich los.“ 

Ich weiß, dass er böse ist und doch liebe ich das Gefühl wenn er bei mir ist. Er unterstützt mich, ohne an die Konsequenzen zu denken oder auf die Vernunft zu hören. 

Er schluckt Tabletten und betrinkt sich ohne an morgen zu denken und lacht mich aus, wenn ich weine. Er will, dass ich es ihm gleichtue. 

Ich bin gewillt. Ihm zu folgen. Wenn es sein muss, bis in die Hölle. 

Ich hab einen Pakt mit dem Teufel geschlossen.

 

 

 

Worauf wartest du?

Genüsslich zündete ich mir eine Zigarette an, als neben mir ein Mädchen erschien.

„Was tust du da?“, fragte sie mich mit freundlicher Stimme. 

„Warten.“ antwortete ich genervt. 

„Auf wen?“

„Ein Wunder. Ein beschissenes Wunder.“

Ich drehte mich um und ging davon….

 

 

 

Wölfe.

Ich kämpfe gegen ein ganzes Rudel. Manche sind klein, manche schwarz und einige unbesiegbar.

Mein Körper ist voller Narben und ich spüre wie warmes Blut über meine Hände auf den Boden tropft. Ich fange an zu beten, zu schreien, zu weinen. Doch gar nichts nützt. Es sind zu viele.Plötzlich wird alles still und verwirrt stelle ich fest, dass sie sich verziehen.

Ich fühle mich nicht sicher, ich weiß dass sie wiederkommen werden. Doch ein weiteres Mal habe ich den Kampf gewonnen, wenn auch nur für den Moment.

Jeder Wolf hat seine Persönlichkeit, jeder seine eigene Geschichte.

Ich kenne den Namen jedes einzelnen, denn sie sind ein Teil von mir, tief in mir, dort wo all meine Angst wohnt.

In Gestalt von Wölfen, die nur darauf warten ans Tageslicht zu kommen.

Manchmal tritt jemand in mein Leben der das Feuer in meiner Seele entfacht. Solange die Flamme hell brennt, hält sie auch die Wölfe fern. Doch immer wieder gibt es diese eine Situation, dieses eine Wort, dieses eine Schicksal, das dir nimmt was dir am wichtigsten ist.

Und  das Feuer geht schlagartig aus.

Und da stehen sie schon. Bereit dich zu zerfetzen…

Ich spüre eine innige Umarmung. „Schaffst du es auch dieses Mal den Kampf wieder zu gewinnen?“, fragte er mich mit besorgter Stimme.

Ich fang an zu weinen. Ich weiß keine Antwort darauf. Ich weiß nicht wie viel Kraft ich noch übrig habe.

Langsam lehne ich mich zurück und lass mich fallen… Immer weiter und tiefer… In der Hoffnung endlich irgendwo anzukommen.

Verzeih mir.

Ich hab sie gespürt, als das Blut langsam über meine Hände floss.

Ich hab MEINE Seele gespürt, als ich dich sterbend in den Händen hielt. Keine Berührungsängste, nur tiefste Liebe. Ich hab deinen Schmerz gespürt und deine Schreie gehört. Ich war zu feige, dich zu erlösen. Ich hoffe du hast gespürt, dass da jemand war. In den letzten Minuten, deines kurzen Lebens. Bevor das Herabsausen der Schaufel, in den Händen eines Fremden, den Schritt wagte, den ich nicht übers Herz brachte. 

Verzeih mir.